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West-östlicher Divan

11. November 2016
Domquartier Salzburg
Residenzplatz 1

19:30 Konzert im Rittersaal
PAUL GULDA — MARWAN ABADO

Abado Gulda
Foto: Markus Langer

18:30 Ausstellungseröffnung
ELISABETH WEINEK
… was sie sah …

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in Zusammenarbeit mit dem
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Andalusien - Wer schaut auf Kathedralen und Moscheen, auf maurische Ornamente und gotische Spitzbögen? Beklebt mit hebräischen, muslimischen und lateinischen Texten blickt sie in die Vergangenheit und die Zukunft der gemeinsamen Kulturen als Jude, Christ und Moslem.

Was sie sah

Kathedralen, Moscheen, maurische Kunstwerke, gotische Spitzbögen, drüber und drunter gebaut, ineinander verschachtelt. Dann: arabische Schriftzüge, hebräische Formeln und christlich-fromme Sprüche. Arbeitsklausen in der Medersa, prächtige Gärten, Luxushäuser oder stille Mönchszellen, weiters, wohl durchdachte Palastanlagen, wehrhafte Kirchen, maurische Festungen, römisches Bauten und schlanke Minarette. Tausende bunte Mosaiksteine säumten ihren Weg und das Leben Jesus im Steinrelief begleitete sie, ob in den Bögen der Moschee, den Wegen im Palmenhain der Mezquita oder rund um Fenster und Türen der Altstadt. Allerorten Stuckdekor und hebräische Inschriften, arabische Suren rund um mächtige Zedernholzportalen. Räume der Kontemplation gesäumt von der Kunst des Ornaments, das von einer Mitte heraus auf eine neue Mitte zustrebt. Die Abstraktion, selbstverständlich für den maurischen Künstler. Wasserrinnen, Wasserbecken und Wasser speiende Fabellöwen. Arkadenhöfe und tropfsteinartige Kuppeln als natürliche Klimaanlage. Kostbare Säulen aus Jaspis und Königsgräber und über all diesem Sehen lag das Sprachengewirr von damals und heute. Sie spiegelte sich im Schaufenster und blickte auf Puppen ihresgleichen, die staunend in die Welt schauten, nichts verstanden und doch alles. Sie war nur mit Sprache bekleidet, alle anderen, die sie anblickten, mit Tradition und einem Herkommen, mit einer Sprache und nicht mit den vielen, mit einer Religion und nicht mit den vielen, die sie mit sich trug, als sei sie Ahasver, ein ewig Reisender mit Neugierde und Lebensmut und Niedergeschlagenheit. So erkannte sie die Verletzlichkeit ihres Blickes, ihrer Seele und die Verwundbarkeit ihres Körpers. Sie schaut als Jude, Moslem und Christ auf die Vergangenheit und die Zukunft.


Karten: € 15 /€ 10,-- ermäßigt
erhältlich im ö-Ticketcenter Republik: www.oeticket.com
T: +43 (662) 843711
oder an der Abendkassa, geöffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn
 
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